Was kann Azelainsäure wirklich für deine Haut tun?
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Lesezeit 8 min
Geschrieben von: Marco Dors
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Hallo, mein Lieblingsmensch! 💛 Schön, dass du wieder hier bist.
Manche Wirkstoffe haben es wirklich nicht leicht. Hyaluronsäure kennt inzwischen fast jeder. Retinol ist in aller Munde. Vitamin C sowieso.
Und dann gibt es Azelainsäure.
Ich gebe zu: der Name klingt nicht gerade nach einem Wirkstoff, in den man sich auf Anhieb verliebt. Dabei lohnt sich ein zweiter Blick. Denn Azelainsäure gehört für mich eher zu diesen stillen Wirkstoffen, die nicht ständig im Mittelpunkt stehen müssen, um richtig interessant zu sein. Vor allem dann, wenn deine Haut zu Unreinheiten, Rötungen, einem unruhigen Hautbild oder Pickelmalen neigt.
Vielleicht bist Du auch schon einmal vor einem Azelainsäure-Serum gestanden und hast Dich gefragt: „Was soll diese Säure eigentlich machen? Und brauche ich das überhaupt?“
Genau das schauen wir uns heute gemeinsam an – ohne komplizierte Begriffe und ohne große Versprechen, sondern so, dass du am Ende wirklich verstehst, was Azelainsäure für deine Haut tun kann und ob sie zu dir passt.
Der Name klingt zunächst ein bisschen kompliziert. Aber keine Sorge: nur weil es „Säure“ heißt, bedeutet es nicht automatisch, dass deine Haut anschließend wie nach einem intensiven Peeling aussieht.
Azelainsäure ist ein Wirkstoff, der gleich an mehreren Stellen interessant für unsere Haut sein kann, denn sie besitzt unter anderem folgende Eigenschaften:
Und genau diese Kombination macht Azelainsäure so spannend. Denn sie konzentriert sich nicht nur auf ein einziges Hautthema. Unreinheiten, Rötungen und zurückbleibende Pickelmale – Azelainsäure kann bei mehreren dieser Themen gleichzeitig interessant sein. Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser eher stille Wirkstoff inzwischen immer häufiger in moderner Hautpflege zu finden ist.
Hier liegt eine der großen Stärken von Azelainsäure. Wenn du mit 35, 40 oder 50 noch Unreinheiten bekommst, kennst du wahrscheinlich dieses Gefühl:
„Ich dachte, das Thema Pickel hätte ich irgendwann hinter mir.“
Leider hält sich unsere Haut nicht immer an unseren Zeitplan. Auch erwachsene und reifere Haut kann zu Unreinheiten, verstopften Poren und entzündlichen Pickeln neigen. Und genau hier kann Azelainsäure gleich an mehreren Stellen ansetzen:
Vereinfacht gesagt: Azelainsäure setzt nicht nur beim sichtbaren Pickel an, sondern bei mehreren Faktoren, die zu einem unreinen Hautbild beitragen können.
Was mir dabei besonders gefällt: wir müssen unreine Haut nicht aggressiv austrocknen. Gerade bei unreiner Haut ab 40 sehe ich häufig eine Kombination, die die Pflege nicht unbedingt einfacher macht: die Haut neigt zu Unreinheiten und fühlt sich gleichzeitig trocken oder empfindlich an.
Deshalb geht es nicht darum, möglichst aggressiv gegen jeden Pickel vorzugehen. Viel wichtiger ist dann eine Pflege, die Unreinheiten berücksichtigt, ohne dabei die Bedürfnisse der restlichen Haut aus den Augen zu verlieren.
Unreinheiten sind das eine. Doch manchmal kommt noch etwas dazu: die Haut wirkt gerötet, schnell gereizt und gleichzeitig entstehen immer wieder kleine Unreinheiten. Und genau diese Kombination kann die Pflege ganz schön schwierig machen. Denn was gegen Pickel helfen soll, ist für empfindliche Haut manchmal zu viel. Und eine sehr reichhaltige Pflege, die sich bei Trockenheit angenehm anfühlt, passt wiederum nicht immer zu einem Hautbild, das gleichzeitig zu Unreinheiten neigt.
Genau hier wird Azelainsäure besonders interessant: durch ihre entzündungshemmenden Eigenschaften kann sie dazu beitragen, ein gerötetes und unruhig wirkendes Hautbild zu beruhigen. Gleichzeitig wissen wir bereits, dass sie auch bei Unreinheiten an mehreren Stellen ansetzen kann. Das macht sie besonders spannend, wenn Deine Haut nicht eindeutig in eine Schublade passt. Auch in der Dermatologie spielt Azelainsäure eine Rolle und wird unter anderem bei Rosazea eingesetzt.
Wichtig ist mir an dieser Stelle aber die Unterscheidung: gelegentliche Rötungen oder empfindliche Haut sind nicht automatisch Rosazea. Denn Rosazea ist eine Hauterkrankung und sollte dermatologisch abgeklärt werden. Ein kosmetisches Produkt kann eine medizinische Diagnose oder Behandlung nicht ersetzen.
Für die tägliche Hautpflege bleibt Azelainsäure trotzdem ein ausgesprochen interessanter Wirkstoff – gerade dann, wenn Du nicht einfach nur „etwas gegen Pickel“ suchst, sondern Deine Haut gleichzeitig zu Rötungen und Empfindlichkeit neigt.
Kennst du das? Der Pickel ist endlich verschwunden. Eigentlich könntest du dich freuen. Nur leider hinterlässt er dir zum Abschied noch ein kleines Andenken: einen roten oder dunkleren Fleck, der gefühlt eine halbe Ewigkeit sichtbar bleibt. Auch hier kann Azelainsäure interessant sein – besonders bei dunkleren Pickelmalen.
Denn Azelainsäure kann die Aktivität der sogenannten Tyrosinase beeinflussen. Dieses Enzym ist an der Bildung von Melanin beteiligt, also dem Pigment, das unserer Haut ihre Farbe gibt. Das hört sich erst einmal etwas kompliziert an.
Vereinfacht gesagt bedeutet es: Azelainsäure kann dabei helfen, dunkle Pickelmale und bestimmte Pigmentflecken nach und nach weniger sichtbar erscheinen zu lassen und so zu einem gleichmäßigeren Hautbild beizutragen.
Solche dunkleren Verfärbungen, die nach einer Entzündung zurückbleiben, werden auch postinflammatorische Hyperpigmentierungen genannt. Den Fachbegriff musst du dir nicht merken. Wichtig ist nur, dass du weißt: gemeint sind diese dunklen Flecken, die nach einem Pickel zurückbleiben können.
Hab Geduld mit deiner Haut. Ein Pigmentfleck, der sich über längere Zeit entwickelt hat oder nach einer Entzündung zurückbleibt, verschwindet in der Regel nicht innerhalb weniger Tage. Wirkstoffpflege braucht hier Zeit und Konsequenz.
Jetzt kommen wir zu einer Frage, die wahrscheinlich besonders wichtig ist, wenn du Azelainsäure selbst ausprobieren möchtest: Wie integrierst Du sie sinnvoll in Deine Pflegeroutine? Mein erster Tipp: mach es dir nicht unnötig kompliziert.
Je nach Produkt kann eine einfache Abendroutine zum Beispiel so aussehen:
Sanfte Reinigung
Reinige deine Haut wie gewohnt und tupfe sie anschließend vorsichtig trocken.
Azelainsäure
Trage dein Produkt mit Azelainsäure so auf, wie es vom Hersteller empfohlen wird.
Feuchtigkeitspflege
Anschließend kannst du eine Pflege verwenden, die deiner Haut Feuchtigkeit gibt und ihre Hautbarriere unterstützt.
Wenn du Azelainsäure bisher noch nicht verwendet hast oder deine Haut eher empfindlich ist, würde ich langsam anfangen: zwei- bis dreimal pro Woche können für den Einstieg ausreichen. Beobachte dabei deine Haut: verträgt sie das Produkt gut, kannst du die Anwendung nach und nach steigern – natürlich immer unter Berücksichtigung der Anwendungsempfehlung deines Produkts.
Wenn du Azelainsäure zum ersten Mal verwendest, kann es durchaus sein, dass du sie auf deiner Haut ein wenig spürst. Ein leichtes Kribbeln, Wärmegefühl oder mildes Brennen kann gerade zu Beginn vorkommen, da der Wirkstoff aktiv in der Haut arbeitet. Die Haut muss sich erst an den Wirkstoff gewöhnen und dieses Gefühl lässt häufig mit der Zeit nach. Hör bitte trotzdem auf deine Haut: starkes oder anhaltendes Brennen, deutliche Rötungen oder Reizungen sind etwas anderes. Dann solltest du die Anwendung reduzieren oder pausieren, bis sich deine Haut beruhigt hat.
Und wichtig: Stärkeres Brennen bedeutet nicht mehr Wirkung.
Grundsätzlich lässt sich Azelainsäure in viele Pflegeroutinen integrieren.
Besonders interessant können beispielsweise Kombinationen mit folgenden Wirkstoffen sein:
Bei Retinol, AHA- oder BHA-Säuren würde ich dagegen etwas genauer auf Deine Haut schauen. Nicht unbedingt, weil bestimmte Wirkstoffe niemals gemeinsam verwendet werden dürfen. Sondern weil eine Routine mit zu vielen aktiven Wirkstoffen schnell zu viel werden kann.
Mein Tipp: gerade wenn deine Haut empfindlich ist oder du Azelainsäure neu in deine Routine integrierst würde ich neue Wirkstoffe lieber nacheinander einführen.
Ich finde: für die richtige Haut auf jeden Fall. Was Azelainsäure für mich so interessant macht, ist ihre Vielseitigkeit. Sie ist nicht einfach nur ein Wirkstoff gegen Pickel. Gerade wenn deine Haut zu Unreinheiten, Rötungen und zurückbleibenden Pickelmalen neigt, kann sie eine spannende Ergänzung deiner Pflegeroutine sein.
Und besonders bei Haut ab 35, 40 oder 50 finde ich diesen Gedanken wichtig. Denn unreine Haut braucht in diesem Alter nicht automatisch aggressivere Produkte. Oft ist genau das Gegenteil der Fall: sie möchte gleichzeitig beruhigt, gepflegt und in ihrer Hautbarriere unterstützt werden.
Azelainsäure kann hier einiges mitbringen – trotzdem gilt auch bei ihr: mehr ist nicht automatisch besser.
Starte langsam, gib deiner Haut Zeit und schau, wie sie mit dem Wirkstoff zurechtkommt. Du brauchst weder die höchste Konzentration noch eine Pflegeroutine voller aktiver Wirkstoffe.
Am Ende zählt nicht, wie viele Wirkstoffe in Deinem Badezimmer stehen: entscheidend ist, dass deine Pflege zu deiner Haut passt.
Bleib strahlend!
Dein Marco
Azelainsäure ist spannend bei Unreinheiten.
Sie kann verstopften Poren entgegenwirken und entzündliche Unreinheiten beruhigen.
Azelainsäure kann bei Rötungen unterstützen.
Ihre entzündungshemmenden Eigenschaften machen sie besonders interessant für gerötete, unruhige Haut.
Azelainsäure kann bei dunklen Pickelmalen helfen.
Sie kann dazu beitragen, dass dunkle Flecken nach Unreinheiten nach und nach weniger sichtbar erscheinen.
Starte lieber langsam.
Gib deiner Haut Zeit, sich an Azelainsäure zu gewöhnen – besonders, wenn Du weitere aktive Wirkstoffe verwendest.
Azelainsäure besitzt unter anderem entzündungshemmende, antibakterielle und verhornungsregulierende Eigenschaften. Deshalb ist sie besonders bei Unreinheiten interessant. Zusätzlich kann sie Prozesse der Pigmentbildung beeinflussen und dadurch bei bestimmten dunklen Pickelmalen und Hyperpigmentierungen unterstützen.
Das hängt von der Konzentration, der Formulierung und deiner Haut ab. Viele Produkte sind für eine regelmäßige Anwendung gedacht. Wenn du Azelainsäure neu in deine Routine integrierst oder empfindliche Haut hast, würde ich trotzdem langsam starten und die Anwendung entsprechend der Herstellerempfehlung steigern.
Azelainsäure lässt sich grundsätzlich in unterschiedliche Wirkstoffroutinen integrieren. Niacinamid kann beispielsweise eine interessante Ergänzung sein. Bei Retinol und Peelings würde ich insbesondere bei empfindlicher Haut vorsichtiger starten und die Wirkstoffe gegebenenfalls auf unterschiedliche Anwendungen verteilen. Entscheidend ist immer die Verträglichkeit deiner gesamten Routine.
Azelainsäure besitzt entzündungshemmende Eigenschaften und wird auch medizinisch bei bestimmten Formen der Rosazea eingesetzt. Eine dauerhafte oder ausgeprägte Gesichtsrötung solltest du jedoch nicht selbst diagnostizieren. Bei Verdacht auf Rosazea empfehle ich Dir eine dermatologische Abklärung.
Du bist dir unsicher, welcher Sonnenschutz oder welche Hautpflege zu dir passt?
Gerne finden wir gemeinsam die passende Pflegeroutine für deine Haut – persönlich, ehrlich und individuell. Denn schöne Haut beginnt nicht mit möglichst vielen Produkten, sondern mit der richtigen Beratung.
Von unserem Beauty-Flüsterer: Marco
Marco ist fast 30 Jahren im Bereich Beauty tätig, zunächst in der telefonischen Kundenberatung/Hautanalysen. Er betreibt seit 2016 erfolgreich sein eigenes Kosmetikstudio in Mannheim. Daran angeschlossen der beliebte Onlineshop: Beautymanufactur.de - Hier werden tagtäglich hunderte von liebevoll gepackte Beautypakete auf die Reise durch ganz Deutschland geschickt. Immer mit Herz und ganz viel Liebe.